Nordkorea: Riese aus Pappmaché


1,2 Millionen aktive Soldaten, Militärausgaben in Höhe von 25% des BIP, ein offensichtlich erfolgreiches Nuklearprogramm. Der mit Abstand am weitesten militarisierte Staat der Welt scheint eine echte Bedrohung für die Demokratien Fernasiens zu sein, vor allem für Südkorea. Die DVR Korea ist brandgefährlich … will sie uns glauben machen. Kaum denkt die UN über weitere Sanktionen nach, Japan kündigt an, eine nordkoreanische Rakete über eigenem Staatsgebiet abzuschießen oder Südkorea und die USA halten gemeinsame Manöver ab, schon droht der böse Bruder aus dem Norden mit „Krieg in ganz großem Stil“.

Was jedoch kaum jemand weiß: Nordkorea ist ganz und gar nicht in der Position zu drohen. Die Armee ist zwar riesig, ihr Kampfkraft jedoch winzig und ihre Gegner umso stärker. Obwohl Kim Jong-Il gut die Hälfte seines Volkes von der UN ernähren lässt und der anderen Hälfte in Fernsehen und Radio nahegelegt wird, doch „aus heimischen Gräsern und Moosen eine delikate Suppe zu kochen“, reichen die Ersparnisse bei weitem nicht aus, die Armee auf einen modernen Stand zu bringen. Das meiste Gerät stammt aus den 60er- und 70er-Jahren, der größte Teil dürfte jedoch wegen der internationalen politischen und wirtschaftlichen Situation nicht einsatzbereit sein, da Ersatzteile fehlen.

Obwohl Nordkorea ein Atomwaffenprogramm betreibt und einen erfolgreichen Test durchgeführt hat (der erste schlug fehl), ist fraglich, inwiefern man das Land tatsächlich als Atommacht zählen kann. Die Federation of American Scientists (FAS) gibt die Zahl der nordkoreanischen Kernwaffen mit <10 an, andere Quellen sprechen von maximal 5. Die getestete Bombe hatte zudem eine Sprengkraft, die

Neidisch auf den Süden? - Soldaten Nordkoreas

Neidisch auf den Süden? - Soldaten Nordkoreas

in etwa der von Little Boy entspricht. Diese Bombe hatte eine Sprengkraft von etwa 13 Kilotonnen TNT-Äquivalent und verwüstete am 6. August 1945 Hiroshima. Die Zar-Bombe hatte jedoch schon eine Sprengkraft von ca. 57 Megatonnen, war also etwa 4.400 mal so stark.

Militärausgaben in Höhe von 25% des BIP, das klingt gewaltig. In Zahlen sind das jedoch 5 Milliarden US-$, Deutschlands 1,3% entsprechen 46,3 Milliarden US-$. Der große Konkurrent Südkorea beschäftigt nur 685.ooo Soldaten, investiert jedoch fast 30 Milliarden US-$.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass in einem konventionell symmetrisch geführten Krieg stets der besser ausgerüstete und ausgebildete Gegner den quantitativ überlegenen Gegner bezwingt. Ausnahmen bestätigen die Regel (wer bitte baut seine Festung in einem Tal und lässt sich dann einkesseln?!). Südkorea wird außerdem von den USA unterstützt, die 28.500 Soldaten im Land stationiert haben und im Kriegsfalle sicherlich mehr schicken würden (besteht ja keine Gefahr, von fanatischen Gotteskriegern in einen Guerillakrieg verwickelt zu werden). Nordkorea befindet sich außerdem in Opposition zu Japan (241.000 Mann, 44,7 Milliarden US-$ Militärbudget).

Fazit: ein Krieg könnte Nordkorea nur eins bringen: die Niederlage. Sein Volk kann Kim Jong-Il unterdrücken und demütigen, eine Niederlage in einem selbst angezettelten Krieg würde jedoch zwangsläufig zu seiner Absetzung führen.

Foto: Jeffrey Allen

Mehr Moneten für Minister!


Wie ZEIT Online heute meldet denkt die Bundesregierung an eine Erhöhung ihrer Bezüge. Logisch, dass es da wieder Kritik von allen Seiten hagelt. Die Grünen sind dagegen und auch der Bund der Steuerzahler meldet in Anbetracht der prekären Finanzsituation Bedenken an. Kommentatoren auf ZEIT Online raten der Regierung demzufolge sogar, doch mal Hartz IV zu leben oder sich nach Leistung bezahlen zu lassen (prognostiziert wird eine lebenslange Verschuldung). Also breche ich hier mal eine Lanze für die Damen und Herren und sage: RICHTIG SO! Mehr Geld für Merkel & Co!

Mehr Geld für Parlamentarier und Minister, aber flott!

Der Unternehmensberatung Hay-Group zufolge verdient Angela Merkel insgesamt (Gehalt als Kanzlerin + Abgeordnetendiäten etc.) ganze 261.500€. Da schifft sich jeder Manager vor Lachen in die Hose. Josef Ackermann verdiente 2007 14 Millionen und damit mehr als 53 mal(!) so viel. Zum Vergleich: Ackermann leitet ein (zugegebenermaßen großes) Unternehmen, Merkel hat die mit Abstand

Verdient bald mehr: Angela Merkel

Verdient bald mehr: Angela Merkel

verantwortungsvollste Position im Staat inne, ihre Entscheidungen beeinflussen direkt 82 Millionen Menschen (indirekt noch deutlich mehr). Natürlich jagt sie damit nicht am Hungertuch, aber viel verdient sie nicht.

Wenn sich der Werksarbeiter bei Opel wieder einmal über „die da oben“ beschwert, die sich ganz dreist eigenmächtig die Diäten erhöhen, dann sollte man vielleicht mal ein bisschen genauer hinsehen. Der Herr bei Opel oder sonstwo arbeitet von 8.00 Uhr morgens bis Mittag, macht dann sein Stündchen Pause und zieht dann den Rest bis 17.00 Uhr durch. Er hat dann 8 Stunden gearbeitet, von Montag bis Freitag ergibt das die (gegen heftigste Proteste durchgesetzte) 40-Stundenwoche. Merkel (und andere Spitzenpolitiker) tun das nicht. Die stehen morgens ein bisschen früher auf, machen keine Mittagspause, hetzen von Termin zu Termin und arbeiten in der Woche ihre 70 – 80 Stunden. Dass sie Samstags nicht im Feinripp vor dem Fernseher sitzen und Sportschau oder Sky gucken, braucht wohl nicht erwähnt werden. Natürlich sind auch dafür gut 260.000€ Gehalt ziemlich saftig, aber weiterhin ist zu bedenken, dass diese Gehaltserhöhung die erste seit 8 Jahren ist. Mit 334€ mehr im Monat (gut 2,1%) ist sie noch nicht einmal eine große. Zur Erinnerung: Selbst für ihre Dienstwohnung im Kanzleramt müsste Merkel Miete zahlen, wenn sie sie denn nützen würde.

Politiker werden im Vergleich zu Managern (unabhängig von ihrer Politik und ihren Leistungen) geradezu lächerlich bezahlt. Das eigentliche Ziel muss es doch sein, die besten und klügsten Köpfe des Landes für dessen Führung zu gewinnen. Da kommt man also gerade von der Universität, hat seinen Doktor mit „summa cum laude“ in der Tasche, politisches Interesse und lauter Ideen im Kopf, wie man das Land voranbringen kann. So einfach wie man dachte ist das dann aber doch nicht: mühsam hat man sich in den Parteien hoch zu arbeiten, durch einen Dschungel von falschen Freunden und Versprechungen. Man beginnt mit der Wirtschaft zu liebäugeln und wenn dann auch noch die Gehälter vier Mal so hoch sind, was hält einen dann noch in der Politik?

Natürlich ist die Staatskasse kein Selbstbedienungsladen für raffgierige Politzombies, aber Gehalt, Arbeitsaufwand und Verantwortung müssen sich schon die Waage halten.

Foto: Wikipedia

Minister ohne Kompetenz


Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, seines Zeichens studierter Rechts- und Politikwissenschaftler, hat ein Problem. Seine Männer hätten gerne Leopard-2 Panzer und die Panzerhaubitze 2000. Dabei hat der Herr doch von der Kriegsführung keinen Schimmer, was man ihm auch nicht zum Vorwurf machen kann. Ilse Aigner ist Elektrotechnikerin und entwickelte Elektrik für Hubschrauber, mittlerweile beschäftigt sie sich mit Ernährung, Ackerdesign und Verbraucherschutz. Norbert Röttgen darf sich mit Umwelt, Naturschutz und Kernreaktoren herumschlagen, auch er ist Jurist ebenso unser allseits beliebter Außenminister, der per Fernuni zum Dr. jur. promoviert wurde.

Besitzt keinerlei außenpolitische Erfahrung: Guido Westerwelle

Besitzt keinerlei außenpolitische Erfahrung: Guido Westerwelle

Unzählige Ämter im Staate werden mit Personen besetzt, die vom Themengebiet keine Ahnung haben. Macht nichts, heißt es oft, ihnen steht ja sowieso ein umfangreicher Beraterstab zur Seite, der sie ständig mit Informationen versorgt und sein Fachwissen zur Verfügung stellt. Wäre es aber nicht viel einfacher, den Posten selbst direkt mit einem Fachmann zu besetzen? Dass der Verteidigungsminister kein General sein sollte, versteht sich von selbst, das würde dem Prinzip des Primats der Politik zuwiderlaufen. Wie aber wäre es mit einem Offizier a.D.? Davon müsste doch jede Partei ein paar in ihren Reihen haben, muss ja kein Inspekteur sein. Der Herr hätte dann Ahnung von Politik (heutige Offiziere absolvieren im Laufe ihrer Ausbildung meistens ein Studium), wüsste aber auch um die Gefühle und Sorgen der kämpfenden Truppe (z.B. in Afghanistan), um Versorgungsmängel und Posttraumatische Belastungsstörungen.
Ähnliches gilt für das Gesundheitsministerium und in diesem Falle wurde scheinbar mal etwas richtig gemacht: Philipp Rösler ist Dr. med. und damit der erste Arzt im Amt des Gesundheitsministers. Ob seine Zeit im Bundeswehrkrankenhaus mit den Zuständen in öffentlichen Kliniken verglichen werden kann, sei dahingestellt, aber zumindest hat der Herr eine grundsätzliche Ahnung vom deutschen Gesundheitssystem und ist nicht vollständig von seinen Beratern abhängig.

Das beste Beispiel stellt jedoch das Auswärtige Amt dar. Wie kaum eine andere Funktion fordert das Amt des Außenministers Eloquenz (auch in Fremdsprachen), weltmännisches Auftreten und Kenntnisse auf verschiedensten Gebieten. Nicht umsonst müssen angehende Diplomaten hohe Anforderungen erfüllen: erwartet werden ein Grad an Wissen, der sich mit dem Begriff der Allgemeinbildung nicht mehr ausdrücken lässt (Kostprobe gefällig?), verhandlungssicheres (also fließendes) Beherrschen der englischen und französischen Sprache (das Erlernen einer weiteren Fremdsprache wie Arabisch, Spanisch, Russisch etc. wird begrüßt), ein abgeschlossenes Studium (Promotion meist inklusive) und einiges mehr.

Über Westerwelles Englisch wurde ausreichend diskutiert. Einen britischen Journalisten auf Deutsch fragen zu lassen ist legitim (der Herr wollte sogar eine englische Antwort, zu faul zum Übersetzen?), Westerwelles Englischkenntnisse sind sicherlich nicht schlechter als die des Durchschnittsdeutschen, aber das reicht für einen Außenminister nunmal nicht. Warum also bestellt man nicht direkt einen Diplomaten zum Außenminister, der sowieso alle Anforderungen des Jobs erfüllt?

Meine Vorstellung: Ministerposten sollten nicht anders besetzt werden, als andere Stellen auch. Die Wahlsieger (in diesem Falle CDU und FDP) nominieren ihre Kandidaten und diese haben dann ihre besondere fachliche und persönliche Eignung unter Beweis zu stellen. Schafft der Bewerber es nicht, kann die Partei so lange andere Kandidaten nominieren, bis einer die Anforderungen erfüllt. Kann die Partei keinen einzigen geeigneten Politiker ins Rennen schicken (was ein ziemliches Armutszeugnis wäre), dann sollte sie zum Wohle aller auf eine Besetzung des betreffenden Ministeriums verzichten.  So würde sichergestellt, dass zumindest die fachlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Foto: Dirk Vorderstraße

Burka, Tschador, Hijab, Niqab, Chimar …


Es ist soweit: das belgische Abgeordnetenhaus hat ein weitreichendes Burkaverbot

Frau in Burka

Frau in Burka

erlassen, die Zustimmung des Senats steht noch aus. Das Tragen des Ganzkörperschleiers ist damit nicht nur in öffentlichen Gebäuden, sondern in der Öffentlichkeit insgesamt verboten. Das bedeutet, dass eine voll verschleierte Frau die Straße bei Androhung einer Geldstrafe oder einer 7-tägigen Haft nicht mehr betreten darf. Die Intention ist klar: die Burka soll aus dem öffentlichen Leben verschwinden.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Ist das sinnvoll? Was wiegt schwerer, die Freiheit von Religion und Gewissen oder das Recht der Frau auf Selbstbestimmung? Um diese Fragen zu beantworten bedarf es zumindest rudimentärer Vorkenntnisse. Also habe ich ein wenig im Internet gestöbert und meine Koranübersetzung von Reclam ausgegraben.

Die Frage ob und in welchem Maße eine gläubige Muslima sich verschleiern sollte und muss beschäftigt islamische Rechtsgelehrte seit langem. Der Koran, für die Muslime das unbedingt zu befolgende Wort Gottes, äußert sich zwar zum Thema, bleibt aber wage.

Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und dass sie nicht ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was außen ist, und dass sie ihren Schleier über ihre Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten zeigen oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Ehegatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Ehegatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die ihre Rechte besitzt, oder ihren Dienern, die keinen Trieb haben, oder Kindern, welche die Blöße der Frauen nicht beachten. Und sie sollen nicht ihre Füße zusammenschlagen, damit nicht ihre verborgene Zierat bekannt wird. Und bekehret euch zu Allah allzumal, o ihr Gläubigen; vielleicht ergeht es euch wohl.

Sure 24, Vers 31

Von Ganzkörperverschleierung ist hier nicht die Rede. Der Schleier hat das Dekolleté zu verdecken und ihre „Reize“ sollen die Frauen nur ihren Ehegatten zeigen. Es scheint hier also lediglich darum zu gehen, sich ziemlich zu kleiden und nicht mit einem unter Umständen vorteilhaften Körperbau zu prahlen. Alle Arten von Verwandten, Schwagern etc. sind davon ausgeschlossen, außerdem Diener ohne Triebe (welcher Diener ist denn ohne Triebe?) und Kinder, da diese mit den Reizen nichts anzufangen wissen.

O Prophet, sprich zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Weibern der Gläubigen, dass sie sich in ihren Überwurf verhüllen. So werden sie eher erkannt und werden nicht verletzt. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.

Sure 33, Vers 59

Hier wird´s dann also konkreter. Die Frauen haben sich in ihren Überwurf zu verhüllen, damit sie [als ehrbare Frauen und Gläubige] erkannt werden. Dies soll vor Belästigungen schützen.

Je nachdem, wie man diese Suren (und einige weitere Quellen aus der Gründerzeit des Islam) auslegt, kommt dabei eine eher lockere (Kopftuch) oder extrem strenge (Burka) Haltung heraus. Doch auch dazwischen existiert noch etwas. Die Burka ist nur die strengste Interpretation dieser religiösen Kleidervorschrift, sie wird hauptsächlich in Afghanistan

Tschador + Niquab

Tschador + Niquab

und Pakistan getragen. In Saudi-Arabien und dem Jemen ist jedoch der/die/das Hijab in Verbindung mit dem Niqab für Frauen Pflicht. Ersteres ist ein langes Gewand, Letzteres ein Tuch, das große Teile des Gesichts verhüllt. Während das Gesicht der Trägerin einer Burka durch ein Netz vor neugierigen Blicken „geschützt“ ist, bleibt beim Niqab ein mehr oder weniger breiter Schlitz offen. Die Augenpartie ist also gänzlich sichtbar.

Eine weitere Form ist der Tschador. Er ist im Iran Pflicht und lässt das Gesicht gänzlich frei. Die legerste und auch bei Muslimat in Deutschland häufigste Form ist das Chimar, das einfache Kopftuch.

Nun stellt sich also die Frage, was Mohammed resp. Allah seinen Gläubigen vorschreibt. Anders als die katholische Kirche kennt der Islam seit langem kein Oberhaupt mehr, das in solchen Fragen richten könnte. Muftis (islamische Rechtsgelehrte) könne zwar Fatwas (Gutachten) erstellen, aber diese sind für keinen Muslim bindend. Einzig und alleine bindend ist der Koran, das Wort Gottes. Und dort heißt es:

Es sei kein Zwang im Glauben. Klar ist nunmehr unterschieden das Recht vom Irrtum; und wer den ṭāġūt verleugnet und an Allah glaubt, der hält sich an der stärksten Handhabe, in der kein Spalt ist; und Allah ist hörend und wissend.

Sure 2, Vers 257

Tja, das klingt für meine Ohren etwas verwirrend. Es sei kein Zwang im Glaube, aber Recht und Unrecht stehen fest, und wer sich nicht dran hält, der landet (wie an anderer Stelle vermerkt) im Höllenpfuhl. Ist vielleicht kein unbedingter Zwang, aber doch klare Erpressung.

Was folgern wir daraus? Kein Mann kann seine Frau dazu zwingen, Burka, Tschador oder Niqab zu tragen, aber der Glaube schreibt es ihr vor. Ebenso schreibt er ihr vor, dem Mann zu gehorchen, womit sie dann doch wieder gezwungen werden könnte.

Um auf die Frage der Sinnhaftigkeit eines Burkaverbotes in einem westlichen Land zurückzukommen: solange die Frau ihre Burka freiwillig trägt, weil sie im Koran das Gebot dazu sieht, fällt dies unter die Religionsfreiheit. Hält die Frau allerdings ein Kopftuch für ausreichend, der Mann jedoch schreibt ihr die Burka vor, so fällt das für mich eindeutig unter patriarchalischen Zwang. Beugt sich die Frau dem Gebot ihres Mannes, ohne dass der dazu irgendwie handgreiflich werden muss o.a., so kann man dagegen juristisch wohl kaum vorgehen. Moralisch ist dies jedoch nicht akzeptabel.

Des Weiteren existiert in den meisten europäischen Ländern ein Vermummungsverbot. Was für den schwarzen Block gilt, sollte also auch für Muslime selbstverständlich sein (versteht mich nicht falsch, ich stelle hier nicht Muslime und radikale Prügelknaben auf eine Stufe). Mit einem Urteil tut man sich also schwer, denn wer weiß schon, wie viele Frauen die Burka aus Überzeugung tragen und wie viele dazu gezwungen werden. Durch ein gänzliches Verbot erreicht man also zweierlei: Die Gruppe derer, die die Burka unter Zang anlegen, werden von dieser Art der Unterdrückung befreit. Fragt sich nur, ob ihre Männer sie nun überhaupt noch vor die Türe lassen. Könnte ja jemand ihren Reizen verfallen. Muslimat, die die Burka jedoch aus eigener Überzeugung tragen, können sich nun kaum noch vor die Türe wagen.

Ich persönlich schätze, dass die Gruppe der gezwungenen Frauen deutlich größer ist, als die der Freiwilligen. Insofern wäre das Verbot zu begrüßen.

Foto oben: Steve Evans Foto Mitte: Steve Evans