Wie kann es sein …


… dass bei einer Google-Suche nach „AIDS heilen“ als erstes Suchergebnis eine verschwörungstheoretische Website auftaucht? Glauben tatsächlich so viele Menschen, dass AIDS nur „Eine lukrative Lüge“ ist? Hier ein paar Zitate aus dem Text:

Aids ist nicht ansteckend. Pflegepersonal in Krankenhäusern oder Angehörige von Aidskranken haben durch Kontakt mit ihnen kein Aids bekommen. Auch Tierversuche zeigen, daß Aids nicht ansteckend ist.

Natürlich bekommt das Pflegepersonal kein AIDS, dafür müsste es die Patienten schon besteigen oder in Winnetou-Manier die Blutsbruderschaft mit Frau Müller auf 23G besiegeln. Einzelne Fälle, in denen  Ärzte und Schwestern/Pfleger sich bei Patienten infiziert haben, sind aber sehr wohl bekannt. Das kann z.B. passieren, wenn ein psychotischer oder vor Schmerzen wild gewordener Patient dem Behandelnden aus Versehen eine benutzte Kanüle ins Bein rammt.

Zum Thema „Tierversuche“: Es heißt nicht umsonst HIV, Humanes Immundefizienz-Virus. Es entwickelte sich aus SIV, einem Immunschwächevirus, das unter Primaten vorkommt.

Chemische Streßfaktoren wie Samenflüssigkeit (beim Analverkehr), harte Drogen, Nitrite und Blutverdicker lösen in den Zellen Oxidationsstreß aus. Dann produziert der Körper endogene (= körpereigene) Retroviren, also Proteinbruchstücke, die für Aidskranke so typisch sind und fälschlicherweise als HIV-Antikörper interpretiert werden. Das erklärt, weshalb Aids in den Industriestaaten noch immer fast ausschließlich auf schwule Männer, Drogensüchtige und Bluter beschränkt ist.

Ahaaa, jetzt sind also die Schwulen bzw. der Sittenverfall Schuld. Steckt etwa die katholische Kirche hinter dieser Website?! Dass Drogen AIDS auslösen, ist eine ebenso sinnlose wie effekthascherische Aussage. Nicht die Drogen selbst, sondern die mehrfach von verschiedenen Personen benutzten Spritzen übertragen das Virus.

Aus diesem Grund ist Analverkehr der einzig nachgewiesene sexuelle Risikofaktor für Aids – sogar bei Prostituierten.

Und deswegen erkranken auch Kinder im Mutterleib an AIDS, die noch nicht allzu viel Gelegenheiten zu Analverkehr, Drogenmissbrauch und Stress hatten. Klar, diese Faktoren können auch von der Mutter übernommen werden, aber alle Aidskranken zu beschuldigen, sie hätten sich das durch den bösen Analverkehr eingebrockt … das ist schon fast wieder lustig. Und was ist mit Kindern, die noch nie Analverkehr hatten, aber durch verseuchte Bluttransfusionen mit HIV infiziert wurden?

Zum Schluss gibt’s dann noch Tipps, wie AIDS sich vermeiden lässt:

Keine Drogen oder psychoaktiven Tabletten, keine destruktiven sexuellen Praktiken (vor allem kein Analverkehr!), viel Ruhe und Schlaf, eine möglichst gesunde Ernährung, eine gezielte Stärkung des Immunsystems durch hohe Dosen von natürlichen Vitaminen und Mineralien etc.

Also liebe Leute: seid doch bitte nicht so destruktiv und treibt’s nur so, wie der liebe Gott es wollte. Am besten nur noch die Missionarsstellung anwenden, immer in Kleidung duschen (Duschen schützt laut Jacob Zuma, seines Zeichens Präsident der Republik Südafrika, ja sowieso zuverlässig vor AIDS) und sich nicht selbst umbringen, dann klappt’s auch mit dem Himmelreich!

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