Star Wars 2010


Dass ferngesteuerte Drohnen am Hindukusch in 10.000 Metern Höhe operieren, Talibanstellungen bombardieren und Gebirgsterretorien aufklären, ist ja mittlerweile hinreichend bekannt. Immer wieder erreichen uns Nachrichten von Kollateralschäden, von getöteten und verstümmelten Zivilisten, aber auch von erfolgreich eliminierten Top-Terroristen, von verhinderten Angriffen und aufgehaltenen Gegenoffensiven. Die „Piloten“ dieser Maschinen sitzen daheim in Florida, Texas und Washington, ist ihre Schicht vorbei, gehen sie nach Hause zu Frau und Kind. Davon kann jeder halten, was er will, denn die Moral von der Geschicht‘ ist nicht das Thema dieses Beitrags.

Im Gegensatz zum Luftraum (der natürlich auch noch zum größten Teil von menschlichen Piloten beflogen wird) ist der Boden immer noch fest in menschlicher Hand. Roboter räumen Minen und klären das Gefechtsfeld auf, das war’s auch schon. Kämpfen tun bisher nur Prototypen, und die sind nicht sehr effektiv. Ein amerikanisches Gerät versetzte die eigenen GIs in Angst und Schrecken, als es selbstständig und nicht im Sinne seines Auftrags das montierte Maschinengewehr in Richtung der eigenen Linien drehte. Auch dieses Gerät ist jedoch kein wirklicher Droide, wie man sie aus Star Wars oder anderen Science Fiction Serien kennt, sondern fährt (langsam und holprig) auf Ketten.

Das große Problem aller modernen humanoiden Roboter ist die Balance. Keine Platine kommt bisher an den menschlichen Gleichgewichtssinn heran, kann unvorhergesehene Hindernisse zuverlässig überwinden oder gar nach einem Stoß das Gleichgewicht wieder herstellen. Umso mehr erstaunte mich das Video, das ich vor einiger Zeit auf Youtube fand. Es zeigt eine Art hundeähnlichen Transportroboter, der ähnlich einem Packesel durch unwegsames Gelände stapft und selbst durch einen starken seitlichen Tritt nur kurzzeitig aus dem Gleichgewicht gerät. Aber seht selbst:

Natürlich handelt es sich bei dem Modell um einen Prototypen. Würde man ein paar weitere Jahre investieren, Stärke, Geschwindigkeit und Hardware noch ein wenig verbessern, das Teil leicht panzern und tatsächlich mit einem leichten MG ausstatten … tja, das käme dann einem Kampfdroiden schon ziemlich nahe.

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3 Kommentare zu “Star Wars 2010

  1. Sollten Drohnen nur gegen Drohnen ins Feld ziehen, dann wären die Dinger ein Fortschritt ohnegleichen. Leider ist eher zu vermuten, dass noch anonymer ohne Skrupel Menschen abgeschlachtet werden.

  2. Ja, so wird es wahrscheinlich kommen. Die Frage ist, ob Kampfroboter je die Kreativität von menschlichen Offizieren/Soldaten erreichen werden, ob sie ihren Gegner also intelligent umgehen, gefundene Gegenstände umfunktionieren etc.

    Nur Drohne vs. Drohne wird es alleine schon deswegen nicht geben, weil fast alle Schlachtfelder von Menschen bewohnt sind.

  3. Menschen töten Menschen.
    Das haben sie gestern getan, tun sie heute und werden es morgen tun.
    Drohnen…

    Es ist mir echt peinlich, ein Mensch zu sein!
    Hätte ich jemanden Rede und Antwort zu stehen, ich würde mich schämen, zu Boden fallen und um Gnade winseln.

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