Über falsche Propheten


Heute befasse ich mich ein wenig mit einem wordpress-„Kollegen“. Dabei werde ich payoli und seinen „paradise your life“-Blog in schlimmster Weise diffamieren und durch den Dreck/Kakao ziehen, aber das ist gut so, denn es ist (meiner Meinung nach) berechtigt.

Aufmerksam wurde ich auf den Genossen, als ich einen Artikel von Assistenzarzt kommentierte, der die hohe Arbeitsbelastung von Ärzten in deutschen Krankenhäusern zum Thema hat. Payoli kommentierte diesen sehr abfällig und beschuldigte die moderne Medizin als solche, Krankheiten zu „erfinden“ und den Menschen eher kränker als gesünder zu machen. Daraus entspann sich eine kleine Diskussion, in der Payoli auch relativ häufig auf seinen eigenen Blog verwies. In diesem Artikel werde ich Payolis System darstellen und versuchen, die Sinnlosigkeit und Gefährlichkeit(!) seiner Ideologie (so nennt er sie selbst) aufzuzeigen.

Hier also mal einige Zitate aus seinem Blog und der Diskussion, dazu meine Sicht der Dinge:

Es ist einfach ein beispielloser Skandal, dass Menschen heute noch immer erkranken müssen.

Lebenslange Dauergesundheit war Jahrmillionen der einzige und selbstverständlichste Zustand und könnte es auch heute noch für jedermensch sein!

Beim ersten der beiden Sätze musste ich lauthals lachen. Wie? Bitte? Krankheiten?! Gehören jawohl sofort verboten! Payolis Grundthese ist, dass Krankheiten von der Evolution nicht vorgesehen sind. Jeder Mensch könne bei entsprechender Ernährung mindestens 120 Jahre alt werden. Dass das so nicht stimmen kann, sagt einem schon die Logik. Wenn der Mensch nicht an Krankheiten stürbe, dann müsste er stets durch äußere Umstände zu Tode kommen, also wahlweise vom Auto überfahren werden, vom Baum fallen oder in Eritrea eine Kugel zwischen die Schulterblätter bekommen. Die Weltbevölkerung würde sprunghaft anwachsen. Evolutionär ist nämlich genau das Gegenteil geplant. Das Ziel (vom Sinn des Lebens wage ich nicht zu sprechen) des Lebens ist die Weitergabe der eigenen Erbinformationen und das Sicherstellen des Fortbestands der eigenen Art. Von vielen Tierarten ist bekannt, dass sie direkt nach dem Geschlechtsakt sterben: bei vielen Spinnenarten wird das (meist kleinere) Männchen vom Weibchen ganz einfach verspeist, Drohnen werden nach dem Hochzeitsflug generell aus dem Bienenstock gejagt und verenden. Wer nicht nach einer gewissen Zeit (die je nach Art auch mal etwas länger sein kann) stirbt, wird automatisch zum Nahrungs- und Territorialkonkurrenten der nächsten Generation.

Ausnahmen bestätigen auch in diesem Fall die Regel. Von drei Tierarten wird angenommen, dass sie unsterblich sind. Die Qualle Turritopsis nutricula ist in der Lage sich durch Transdifferenzierung (Umwandlung einer Zellart in eine andere) wieder in einen Polypen (quasi das erste Stadium der Quallenentwicklung) zurück zu entwickeln. Dieser Zyklus kann unendlich oft wiederholt werden, was Turritopsis nutricula biologisch unsterblich macht. Auch gewisse Seegurkenarten und Süßwasserpolypen stehen im Verdacht, nicht zu altern. Natürlich können aber auch all diese Arten durch äußerliche Prozesse getötet werden.

Dass unsere Vorfahren (die mit starkem Haarwuchs, nicht die von vor 100 Jahren) seltener krank waren, will ich nicht bestreiten. Man holte sich weniger Influenza-Viren ab (keine Aufenthalte in geschlossenen, schlecht gelüfteten, überfüllten Räumen) und verbrachte sein Leben nicht auf Bürostühlen (keine Hämorrhoidenleiden). Dass unsere Vorfahren jedoch nie krank waren, ist eine unhaltbare These. Als Beispiel können Viren dienen. Zu ihrer Entstehung gibt es drei verschiedene Theorien, jede von ihnen geht jedoch davon aus, dass es Viren schon lange vor dem Menschen gab. Außerdem leidet man logischerweise an weniger ernsthaften Krankheiten, wenn schon die erste einen mangels Behandlungsmöglichkeiten aus dem Leben schießt.

Wir sind an die verarbeitete Milch wie wir sie kennen und noch weniger an Milchprodukte biologisch, genetisch angepasst, da Milch (von fremden Tierarten) in unserer ganzen Evolutionsgeschichte keine Rolle spielte. […] Milch, vorzugsweise Kuhmilch nutzen wir erst seit unserer Sesshaftwerdung vor einigen Tausend Jahren, was für eine biologische Anpassung aber viel zu kurz ist. Die Laktose- Intoleranz z. B. ist EIN Aspekt dieser Nichtangepasstheit.

Auch diese Aussage ist falsch. Die Fähigkeit, Milchprodukte zu verdauen, hat der Mensch in einem für evolutionäre Vorgänge rasantem Tempo entwickelt. Joachim Burger, Molekularer Anthropologe an

Laktoseintoleranz weltweit

Laktoseintoleranz weltweit

der Universität Mainz, verglich die Gendaten von Skeletten aus der Jung- und Mittelsteinzeit (zwischen 7.800 und 7.200 Jahre alt) mit denen eines Merowingers (etwa 500 n. Chr.). Die Steinzeitler hätten mit der Laktoseverdauung größte Probleme bekommen, der Merowinger machte das mit Links. Während viele genetische Vorgänge hunderttausende oder sogar millionen von Jahren brauchen, passte sich der Mensch in wenigen tausend Jahren an die neue Nahrung an. Heutzutage leiden in Schweden ca. 2% der Bevölkerung an einer Laktoseintoleranz. Im nicht allzu fernen Dänemark sind es schon 5%, in Deutschland 15%, in Süditalien sogar 41%. In Südostasien verträgt so gut wie kein Mensch Laktose, nämlich 98%. Es besteht also keine Notwendigkeit, sich bis in alle Ewigkeit so zu verhalten wie Australopithecus. Einige tausend Jahre reichten durchaus, um sich biologisch an Milchprodukte zu gewöhnen. Wozu ist die Evolution denn gut, wenn man sich nicht mehr entwickeln will? Natürlich will ich den Zusammenhang von Milchprodukten und (teilweise schwerwiegenden) Erkrankungen wie Neurodermithis nicht verschweigen. Dabei handelt es sich allerdings um Ausnahmen. Der Großteil der Deutschen trinkt schließlich gerne und oft Milch, isst Eis und verputzt Käse und Butter.

Die Geburt, die jede ursprünglich lebende Frau ‘im Vorbeigehen’ erledigt …

Soso, im Vorbeigehen. Das funktioniert so vielleicht bei den Menschenaffen, jedoch nicht beim Menschen. Zwei Aspekte sind für die im Vergleich zum Tierreich deutlich größeren Schmerzen einer menschlichen Mutter verantwortlich: die größe des menschlichen Kopfes und der aufrechte Gang. Wir Menschen sind im Verlauf der Evolution (zumindest theoretisch) intelligenter geworden, unser Gehirn ist stark gewachsen und damit auch der ganze Kopf. Dieser muss bei einer normalen Geburt nun als erstes durch die Vagina, die leider nicht im selben Maße größer geworden ist, wie unsere Köpfe. Intelligenz tut weh – Ironie der Geschichte.

Der aufrechte Gang führte dazu, dass die Eingeweide nicht mehr von der Bauchdecke gehalten werden, sondern vom muskulären Beckenboden. Dieser muss bei der Frau also einerseits so straff sein, dass die Organe nicht nach unten rutschen, andererseits muss er ganze 10 cm Kindskopf durchlassen. Dieses Paradoxon bereitet Schmerzen. Im Gegenteil zu Payolis Aussage haben also selbst vor hunderttausend Jahren Geburten nicht schmerzlos stattgefunden, sondern in etwa so wie heute, natürlich ohne medizinische Hilfe.

Guck Dir die zu 98,6% mit uns genetisch identen Primaten an.

Zahlenspielereien – so beeindruckend sie sich in populärwissenschaftlichen Artikeln auch machen – sind in der Genetik fehl am Platz. Klar, die 98,6% stimmen. Jedes Kind erkennt, dass ein Schimpanse dem Menschen in Anatomie und Verhalten ähnelt. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn man sich das gemeine Hausschwein ansieht. Vor kurzem wurde eine umfassende vergleichende Analyse

Dem Menschen ähnlich? Genetisch schon.

Dem Menschen ähnlich? Genetisch schon.

komplettiert, die das Schwein mit dem Menschen vergleicht. Ergebnis: die beiden Spezies gleichen sich genetisch gesehen enorm. Leider kam dabei keine schöne Gesamtprozentzahl heraus, aber diese dürfte auch bei über 90% liegen. Trotzdem ist der Mensch dem Schwein weder äußerlich noch kognitiv ähnlich. Das liegt ganz einfach daran, dass die fehlenden Prozente (beim Schimpansen 1,4%) einen himmelweiten Unterschied ausmachen können. Genetische Vorgänge sind hoch komplex und schon das Verändern eines einzigen Faktors kann zu grundverschiedenen Ergebnissen führen.

Aber es gibt mittlerweile soviele Belege und Beispiele von steinalten und topgesunden Rohköstlern, dass ich garantierte 120 werde, da ich neben der Ernährung auch noch andere essentielle Faktoren möglichst naturrichtig ausrichte. […] Die 120 Jahre sind sogar ‘wissenschaftlich wasserdicht’, Beispiele von höchstaltrigen Rohköstlern sind in der Literatur bekannt …

Tja, Rohkost ist nicht annähernd so gesund, wie man uns gern glauben macht. Viele Aspekte dieser Ernährung sind durchaus positiv, wenn man sie in Maßen umsetzt. Andererseits sind so gut wie alle Rohköstler unter- und mangelernährt, sie verlieren mehr Gewicht, als sie eigentlich sollten und sind folglich untergewichtig. Ein konsequenter Rohköstler hat eine deutlich geringere Lebenserwartung als ein sich gesund ernährender Mensch (wenig Fleisch, viel Gemüse und Obst, Ballaststoffe etc.). Schon der Homo erectus, der vor etwa 1,9 Millionen Jahren zum ersten Mal auftauchte, bereitete seine Speisen über dem Feuer zu. Ein Alter von 120 Jahren erreichen nur die wenigsten Menschen. Leider war Payoli auf Anfrage nicht bereit mir Quellen oder namentliche Beispiele zur Selbstrecherche zu liefern, Zitat:

Leute, die nicht in der Lage sind bei all unseren heutigen (Internet-)Möglichkeiten die Arbeiten zu finden, in denen unsere biologisch angelegte Lebenserwartung von 120 Jahren herausgearbeitet wird, sind nicht meine Klientel.

Grundsätzlich sehe ich das so ähnlich. Leute, die in Foren einfachste Frage stellen und ganz einfach zu faul sind, Google zu nutzen, gehen mir gehörig auf den Senkel. Wo allerdings nichts zu finden ist, da kann auch nichts zu Tage kommen. Wikipedia berichtet von einigen sehr alten Rohköstlern, die allerdings maximal 99 wurden. Nimmt man sich jedoch 100.000 Menschen und vergleicht deren Alter, so werden stets einige die 100er-Marke sprengen. Tut man das selbe bei Rohköstlern, so ist dasselbe zu erwarten, auch wenn diese aufgrund ihrer ungesunden Ernährung eher früher als später sterben. Ebenso existieren zahlreiche Gegenbeispiele von Rohköstlern, die schon mit 59 oder 63 ins Gras bissen. Von teilweise skandalösen Fällen, in denen radikale Rohköstler-Eltern den Mangeltod ihrer Neugeborenen verschuldeten, will ich hier gar nicht erst anfangen. Fairerweise sei erwähnt, dass man sein Kind auch auf andere Weise umbringen kann und die Mehrzahl der Rohköstler sicherlich vorsichtiger ans Elternsein herangeht.

Wie wir sehen sind alle hier aufgelisteten Thesen Payolis entweder eindeutig falsch oder doch sehr zweifelhaft. Ich persönlich habe überhaupt nichts gegen Menschen, die eine gesunde Ernährung propagieren, damit Krankheitsrisiken senken, das Gesundheitssystem entlasten und natürlich auch die Lebensqualität der Menschen verbessern. Wenn aber Ernährungsfanatiker wie Payoli die moderne Medizin als solches ablehnen, von Vorsorgeuntersuchungen abraten und Impfungen verteufeln, dann hat das sehr wohl negative Auswirkungen. Menschen, die sich vertrauensvoll auf solche selbsternannten Propheten berufen und ihren Kindern sinnvolle Schutzimpfungen vorenthalten, müssen dann eventuell damit fertig werden, dass ihr Sprössling an Kinderlähmung oder Polio stirbt. Ein Familienvater erfährt, dass man den metastasierenden Darmkrebs schon viel früher hätte entdecken können, wenn er doch ab und zu mal eine Koloskopie gemacht hätte. Solche Menschen verlassen sich auf scheinbar seriöse Personen, die mit einfachen Phrasen wie „natürlich“, „bio“ etc. pp. ihr Geld verdienen. (was „bio“ ist, kann doch nicht schlecht sein). Denn was natürlich ist, muss noch lange nicht gesund sein. Es bedeutet einfach, dass unsere Vorfahren zu ihrer Nahrung kaum eine Alternative hatten. Wir haben die schon. Pommes, Mayo und Ethanol sind die eher schlechteren Alternativen (in Maßen kann der Nutzen – zu dem auch das Genießen gehört – natürlich den Schaden überwiegen), gekochte Nahrung und ab und zu Fleisch die besseren.

Also liebe Leser: Gebt euren Kindern Bananen und Äpfel mit in die Schule, statt sie mit Kinderbueno vollzustopfen (wer glaubt, das Weiße in Kinderschokolade sei wirklich gesunde Milch, der lebt doch hinterm Mond!), verzichtet öfter mal auf Fleisch (Was hier in Deutschland als vegetarische Kost auf den Tisch kommt, ist NICHT das Maß aller Dinge. Wie es richtig geht, zeigen viele indische und afrikanische Gerichte!), belästigt euren Hausarzt nicht 18 Mal im Jahr (Bundesdurchschnitt) und bewegt euch doch bitte ein bisschen. Sport ist keine Quälerei. Ich würde nie Sport treiben, wenn ich es nicht mögen würde. Man spielt Badminton, weil man das Spiel mag, nicht weil man auf Teufel komm raus abnehmen will. Wenn ihr aber ein echtes Problem habt, dann legt euer Leben in die Hand der modernen Medizin und glaubt bloß nicht, dass Gartenkräuter gegen Metastasen anstinken könnten.

In diesem Sinne schließe ich mit drei weiteren, sehr amüsanten Payoli-Zitaten:

Mich interessiert das Verdienen beim Gesundheitsthema überhaupt nicht!

Deine Gesundheitstipps sind für meinen Job das Problem Nr.1!

Ich halte Vorträge darüber, gebe Seminare und bin am Aufbauen eines Seminar- und Lebens- Zentrums …

Fotos: Rainer ZenzScott Bauer

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15 Kommentare zu “Über falsche Propheten

  1. Ich find’s unfair und fies mir meine Zeit zu stehlen.
    Ich hab Dir Deine Argumente alle zu erklären versucht. Warum hast Du, wenn Du sie nicht für stichhältig hältst, nachgefragt, sondern stellst sie hier noch mal rein, als hätte ich sie nie beantwortet?

    Und was bitte ist an den 3 letzten Sätzen so ‚amüsant’? Ist, einen Job aus Verantwortungsbewusstsein und Nächstenliebe zu machen für Dich soooo unvorstellbar?

    Dennoch liebe Grüße vom
    payoli

    PS: Mit dem Aufwand, mit dem Du mich gelöchert hast, mir Zeit gekostet hast, diesen Beitrag geschrieben hast, hättest Du auch schon einen Selbstversuch machen können und wüsstest mittlerweile, wie unhaltbar und lächerlich Deine Anwürfe sind 😉

    PPS: Besonders traurig finde ich, dass Du ein offensichtlicher Bösdenker, und gegen eine wirklich gesunde Lebensweise, bist.
    Ich bin, wie man x- fach nachlesen kann, nicht generell gegen die Medizin! Aber gegen eine Menschen- verdummende Profit- Medizin, die sehr wohl Menschen- Aufklärung verhindert, wie ich in der Patienten- Info dargestellt habe.
    Vergiss nicht, dass der Großteil meiner Beiträge positiv und höchst hilfreich und konstruktiv ist, während Dein Beitrag hier durchgehend negativ und destruktiv ist.

    • „Ich find’s unfair und fies mir meine Zeit zu stehlen.“

      Stehlen kann man nur, was sich stehlen lässt. Wenn Sie keine Diskussion möchten, müssen Sie keine führen.

      „… wie unhaltbar und lächerlich Deine Anwürfe sind.“

      Unhaltbar sind Thesen wie „Krankheiten sind von der Evolution nicht vorgesehen“ oder „Unsere Vorfahren hatten eine Lebenserwartung von 120 – 140“, denn alle seriösen Untersuchungen kommen zu gegenteiligen Schlüssen. Das kann man jetzt wahlweise dem bösen Kapitalismus oder den Illuminaten in die Schuhe schieben.

      „… dass Du ein offensichtlicher Bösdenker …“

      Pessimisten sind Realisten mit Erfahrung. Das ist nicht so ganz ernst gemeint, aber dass ich eine Sache realistisch und rational zu betrachten versuche macht mich noch lange nicht zu einem „Bösdenker“.

      „… und höchst hilfreich und konstruktiv ist …“

      Na da habe ich aber teilweise ganz anderes in Ihrem Blog gelesen. Ich unterstelle Ihnen nicht, den Menschen vorsätzlich schaden zu wollen, aber indirekt tun Sie das. Diese Tatsache, und die unzähligen erwiesenermaßen falschen Fakten haben mich dazu gebracht, diesen Beitrag zu schreiben.

      „… einen Job aus Verantwortungsbewusstsein und Nächstenliebe zu machen …“

      Mit Ihrem Seminarzentrum, den Vorträgen etc. verdienen Sie also keinen Cent?!

      • Also, lieber platonisch, selbst wenn Du nur die Hälfte der konstruktiven Tipps, Rezepte und Anregungen meines blogs ausprobiert hättest, wärst Du ganz ohne Zweifel weiter, als so, wo Du Dich in einige theoretische Spitzfindigkeiten verbeißt.

        Dass ich jemandem ‚indirekt schade‘ ist mehr als lächerlich, denn ich spreche einerseits nur selbstbewusste, eigenverantwortliche Menschen an, die bereits auf ‚dem Weg‘ sind und andererseits habe ich bereits soviele Dankschreiben und Erfolgsberichte bekommen, dass diese für sich sprechen und drittens wurde mein Denkmodell in Form meiner Diplomarbeit approbiert und ist also auch ‚wissenschaftlich wasserdicht‘.

        Ich habe mit meiner Preisgestaltung eine gewisse Verantwortung dem Mitbewerb gegenüber, der größtenteils leben muss von diesen Honoraren. Ich muss das nicht und verhalte mich deshalb meinen Klienten gegenüber sehr entgegenkommend, moderat und flexibel.

  2. „… denn ich spreche einerseits nur selbstbewusste, eigenverantwortliche Menschen an …“

    Ja, das erwähnen Sie in Ihrem Blog mehr als einmal. Klingt mir aber mehr nach Kundenschmeichelei, denn natürlich sind alle Menschen, die Ihre Ideologie gut finden, eigenverantwortlich und selbstbewusst.

    „… eine gewisse Verantwortung dem Mitbewerb gegenüber …“

    Na das ist ja mal altruistisch …

    „… wurde mein Denkmodell in Form meiner Diplomarbeit approbiert und ist also auch ‘wissenschaftlich wasserdicht’.“

    Oha. Sie lassen also die ebenfalls wasserdichten Theorien bedeutender Wissenschaftler nicht gelten, verweisen aber auch Ihre Diplomarbeit.

    • Das ’selbstbewusste, eigenverantwortliche‘ ist überhaupt keine Schmeichelei, sondern so gemeint, dass ich überzeugt bin davon, dass jedermensch alles weiß und hat was er braucht. Ich weise bloß auf einiges Vergessene hin und jedermensch kann sich rauspicken und tun was er will und für richtig hält. Ich sage niemandem ‚Tu dies oder mach das‘.

      Schau, man kann für jedes Thema Pro- und Kontra- Gutachten beschaffen. Das heißt ja nicht, dass einer Recht und der andere Unrecht hat.
      Ich achte auch Arbeiten die zu meinem Denkmodell gegenteiligen Ergebnissen kommen.
      Aber das relativiert eben den Wert wissenschaftlicher Arbeiten, die Du offensichtlich noch etwas überbewertest.
      Wenn man zwei gute, aber konträre Arbeiten vor sich hat, kann man es nur einfach ausprobieren. Das ist – zumindest bei etwas so Simplem wie der Rohernährung – das Einfachste.
      Das spielen’s einfach nicht im real life, dass man alles vorgekaut serviert kriegt. Wir sind hier um Erfahrungen zu machen und nicht um am Sofa zu sitzen und uns füttern zu lassen. Wenn man das tut, zahlt man meist teuer dafür …
      Mit Geld, Leib und Leben!

  3. *ächz* Mit payoli diskutieren ist in etwa so sinnvoll und erfoglversprechend, wie dem Papst den Glauben an Gott abspenstig zu machen…. Nur dass der Papst wahrscheinlich bessere und stichhaltigere Argumente hätte als payoli!

    ach, der payoli, oder besser gesagt: „Der Fuchs biss die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig: „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“ Mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück.“ (wikipedia)

    ;o)

  4. Liebe cassa,
    Du sagst mit Deinem Kommentar eigentlich nix anderes als ‚Ich bin schlecht informiert‘.
    enn der Papst ist tatsächlich mit ‚Glauben’sfragen befasst, während meine Infos für jedermensch jederzeit selbst ausprobierbar sind und von wissenschftlichen Arbeiten belegt werden.

  5. „… und von wissenschftlichen Arbeiten belegt werden.“

    Sie trampeln auf 98% der modernen Wissenschaft herum, suchen sich dann aber ein paar beliebige Arbeiten, die ihre Hypothese unterstützen. Klar, auch unter approbierten und Professoren gibt es ein paar Idioten (vgl. Geerd Hamer, mitlerweile nicht mehr approbiert). Ihr Thesen (Lebenserwartungen von Vorfahren bei 120 – 150 Jahren, Geburt quasi schmerzfrei etc. pp.) sind nachweislich falsch und wissenschaftlich nicht haltbar. Was Sie in ihrer Diplomarbeit geschrieben haben, interessiert keinen Mensch. In Deutschland werden jährlich zehn- bis hunderttausende solcher Arbeiten angefertigt, unter den Autoren befinden sich immer ein paar wissenschaftliche Legastheniker.

    Dem Bart auf Ihrem Foto zufolge sind Sie schon älter, payoli. Ihre Diplomarbeit liegt wohl schon Jahrzehnte zurück und seitdem haben Sie wahrscheinlich ihr Konzept stark „erweitert“ bzw. radikalisiert. In Ihrer Diplomarbeit kann etwas ganz anderes stehen, als Sie mittlerweile predigen, und trotzdem werden Sie nicht müde, auf Ihre „wissenschaftliche“ Arbeit hinzuweisen.

  6. Ich hab genau einmal auf meine Diplomarbeit verwiesen und die wurde vor 2 Jahren approbiert.

    Und nocheinmal: Mich interessieren akademische Arbeiten nicht; selbst meine nicht. Man kann bloß Erfahrungen, Beobachtungen und Erlebnisse, also vorwissenschftliches Arbeiten nicht so gut kommunizieren wie gesicherte Fakten.
    Jedermensch kann die wunderbaren ‚paradise your life‘- Auswirkungen jederzeit gefahrlos ausprobieren und braucht dazu keine Wissenschaft; er/ sie wird es einfach an sich selber erleben.
    So einfach ist Leben! 😉

  7. „Man kann bloß Erfahrungen, Beobachtungen und Erlebnisse, also vorwissenschftliches Arbeiten nicht so gut kommunizieren wie gesicherte Fakten.“

    Klar, weil Erfahrungen stets viel subjektiver sind, als empirische Beweise. Außerdem ist das so nicht richtig. Es glauben immer noch Millionen von Menschen an Blut weinende Marienstatuen, obwohl mittlerweile die x-te Untersuchung ergeben hat, dass Eisenionen für die Farbe verantwortlich sind.

    „… die wunderbaren ‘paradise your life’- Auswirkungen …“

    Ihre „wunderbaren“ Auswirkungen sind die normalen Effekte einer gesunden Ernährung + Mangelerscheinungen, die bei konsequenter Umsetzung Ihrer Ideologie auftreten, inklusive verkürzter Lebenserwartung und u.U. schwerwiegende Infektionen, vor allem bei nicht geimpften Kindern. Ob das so wunderbar ist, bleibt jedem Volljährigen selbst überlassen. Kinder sollte und muss man jedoch vor so einem Blödsinn schützen (vgl. Olivia Pilhar).

  8. Zum Thema ’subjektiv‘: Ja, lebst Du nun (subjektiv) DEIN Leben oder den statistischen Mittelwert aller Leben?
    Die ganze Evidenzbasierte Medizin hat doch nicht gebracht, was man sich erwartet hat und lässt viel zu viele Menschen durch den Rost fallen.

    Wenn Dein Leben besser wird, wenn Du eine Erklärung für ein Wunder bekommst, freu Dich drüber! Andere haben es vielleicht gern, weiter- bewundern, staunen, etc. zu können. Die dürfen das auch und sind deshalb nicht blöder als Du!
    Ein Gläubiger hat mal gesagt: ‚Und wenn ich am Ende dahinterkomme, dass das alles Unsinn war, hab ich dennoch das schönere Leben damit gehabt‘.

    Also wenn Du diesen unsäglichen Hamer mit Jahrmillionen lang erfolgreich flutschenden Naturgesetzen vergleichst, ist Dir wirklich nimmer zu helfen!
    Dein Pilhar- Vergleich müsste lauten: ‚Kinder müssten vor der Zivilisation gewarnt werden. Denn noch nie gab es so viele übergewichtige und kranke Kinder wie in den hochzivilisierten Ländern. Während noch nie ein freilebendes Tier mit Wilms- Tumor entdeckt wurde.‘

    Deine ’schwerwiegenden Infektionen‘ sind sowieso DIE Lachnummer schlechthin, denn gerade die treten nur unter Zivilisationsbedingungen auf und verschwinden durch eine Umstellung der Lebensweise a la ‚paradise your life‘.

  9. „Deine ‘schwerwiegenden Infektionen’ sind sowieso DIE Lachnummer schlechthin, denn gerade die treten nur unter Zivilisationsbedingungen auf …“

    Eigentlich wollte ich nach dem Lachkrampf eben erstmal ins Bad gehen und kalt duschen, aber das habe ich heute schon dreimal, bei den Temperaturen.

    Genau, Malaria, Lepra etc. treten total oft in Industrieländern auf, während die armen Afrikaner wenigstens davon verschont bleiben.

    Bei so viel Dummheit fehlen mir echt die Worte …

  10. Also frech brauchst wirklich nicht zu werden …
    ‚Dumm‘ ist bloß jemand, der meint, dass niederkolonialisierte Afrikaner gesund oder gar artgerecht leben!

  11. @payoli
    Ich kann jetzt keine wissenschaftliche Beweise bringen oder schlau daher reden wie ihr zwei. Aber ich habe doch meinen Menschenverstand und ein karge,s aber trotzdem vorhandenes, Wissen.
    Füher gab es sicher die, sich natürlich ernährendwn und starken Menschen. Bei solchen zähen Menschen funktioniert das nicht krank werden vielleicht. Die müssen vielleicht nicht geimpft werden. Das sind diese Menschen, die auch wenn die ganze Familie an Pest erkrankte das Glück hatten zu überleben. Aber lieber payoli… Es gab auch andre Menschen. Schwache, kränkliche Menschen. In einer Welt wie sie sie vermitteln wollen, gäbe es für diese keinen Platz mehr. Wie früher, wo Schwache halt gar nicht erst lange überlebten, egal mit welcher Ernährung. Natürlich rennen viel zu viele wegen den kleinsten Beschwerden zum Arzt und ich muss zugeben ich bin auch der Meinung dass die heutige Zivilisarion verweichlicht. Aber die heutige Medizin verhilft immerhin diesen Schwachen noch die Möglichkeit zu Leben. Und die gubt es und denen hilft kein „gesundes Leben“. Es sind die, die sterben wenn sie nicht geimpft werden.
    Liebe Grüsse und auf ein schönes Auseinanderreissen meiner Meinung 🙂

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