Mehr Moneten für Minister!


Wie ZEIT Online heute meldet denkt die Bundesregierung an eine Erhöhung ihrer Bezüge. Logisch, dass es da wieder Kritik von allen Seiten hagelt. Die Grünen sind dagegen und auch der Bund der Steuerzahler meldet in Anbetracht der prekären Finanzsituation Bedenken an. Kommentatoren auf ZEIT Online raten der Regierung demzufolge sogar, doch mal Hartz IV zu leben oder sich nach Leistung bezahlen zu lassen (prognostiziert wird eine lebenslange Verschuldung). Also breche ich hier mal eine Lanze für die Damen und Herren und sage: RICHTIG SO! Mehr Geld für Merkel & Co!

Mehr Geld für Parlamentarier und Minister, aber flott!

Der Unternehmensberatung Hay-Group zufolge verdient Angela Merkel insgesamt (Gehalt als Kanzlerin + Abgeordnetendiäten etc.) ganze 261.500€. Da schifft sich jeder Manager vor Lachen in die Hose. Josef Ackermann verdiente 2007 14 Millionen und damit mehr als 53 mal(!) so viel. Zum Vergleich: Ackermann leitet ein (zugegebenermaßen großes) Unternehmen, Merkel hat die mit Abstand

Verdient bald mehr: Angela Merkel

Verdient bald mehr: Angela Merkel

verantwortungsvollste Position im Staat inne, ihre Entscheidungen beeinflussen direkt 82 Millionen Menschen (indirekt noch deutlich mehr). Natürlich jagt sie damit nicht am Hungertuch, aber viel verdient sie nicht.

Wenn sich der Werksarbeiter bei Opel wieder einmal über „die da oben“ beschwert, die sich ganz dreist eigenmächtig die Diäten erhöhen, dann sollte man vielleicht mal ein bisschen genauer hinsehen. Der Herr bei Opel oder sonstwo arbeitet von 8.00 Uhr morgens bis Mittag, macht dann sein Stündchen Pause und zieht dann den Rest bis 17.00 Uhr durch. Er hat dann 8 Stunden gearbeitet, von Montag bis Freitag ergibt das die (gegen heftigste Proteste durchgesetzte) 40-Stundenwoche. Merkel (und andere Spitzenpolitiker) tun das nicht. Die stehen morgens ein bisschen früher auf, machen keine Mittagspause, hetzen von Termin zu Termin und arbeiten in der Woche ihre 70 – 80 Stunden. Dass sie Samstags nicht im Feinripp vor dem Fernseher sitzen und Sportschau oder Sky gucken, braucht wohl nicht erwähnt werden. Natürlich sind auch dafür gut 260.000€ Gehalt ziemlich saftig, aber weiterhin ist zu bedenken, dass diese Gehaltserhöhung die erste seit 8 Jahren ist. Mit 334€ mehr im Monat (gut 2,1%) ist sie noch nicht einmal eine große. Zur Erinnerung: Selbst für ihre Dienstwohnung im Kanzleramt müsste Merkel Miete zahlen, wenn sie sie denn nützen würde.

Politiker werden im Vergleich zu Managern (unabhängig von ihrer Politik und ihren Leistungen) geradezu lächerlich bezahlt. Das eigentliche Ziel muss es doch sein, die besten und klügsten Köpfe des Landes für dessen Führung zu gewinnen. Da kommt man also gerade von der Universität, hat seinen Doktor mit „summa cum laude“ in der Tasche, politisches Interesse und lauter Ideen im Kopf, wie man das Land voranbringen kann. So einfach wie man dachte ist das dann aber doch nicht: mühsam hat man sich in den Parteien hoch zu arbeiten, durch einen Dschungel von falschen Freunden und Versprechungen. Man beginnt mit der Wirtschaft zu liebäugeln und wenn dann auch noch die Gehälter vier Mal so hoch sind, was hält einen dann noch in der Politik?

Natürlich ist die Staatskasse kein Selbstbedienungsladen für raffgierige Politzombies, aber Gehalt, Arbeitsaufwand und Verantwortung müssen sich schon die Waage halten.

Foto: Wikipedia

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