Zwei Jahre später …


Fast zwei Jahre nach meinem letzten Artikel bin ich in einem längst stillgelegten Mailaccount auf Nachrichten gestoßen, die mich über neue (oder teilweise auch nicht mehr ganz so neue) Kommentare in diesem fast vergessenen Blog aufmerksam machten. Irgendwie eigenartig zu sehen, dass meine doch nicht allzu weltbewegenden Artikelchen zu Gedankengängen und Meinungen mittlerweile über 25.000 Aufrufe zu verzeichnen haben. Am 1. März 2012, eineinhalb Jahre nach der Stilllegung verirrten sich doch tatsächlich 1.424 Aufrufe – da davon aber 1.381 auf meine Kritik an Christine Neubauer entfielen, kann ich mir nicht vorstellen, dass das mit rechten Dingen zuging … Im Schnitt wird Platonisch 40 bis 50 mal am Tag aufgerufen.

Wie auch immer, Punkt dieser Meldung ist: dieser Blog ist tot. Wer auf neues Material wartet (Überhaupt irgendjemand? Ja? Nein? Halloooo?! Gut.), den muss ich daher enttäuschen.

In diesem Sinne: Vielen Dank für’s Lesen, viel Spaß noch und auf Wiedersehen …

P.S. Besagte Kommentare wurden mittlerweile natürlich freigeschaltet 😉

Advertisements

Wie kann es sein …


… dass bei einer Google-Suche nach „AIDS heilen“ als erstes Suchergebnis eine verschwörungstheoretische Website auftaucht? Glauben tatsächlich so viele Menschen, dass AIDS nur „Eine lukrative Lüge“ ist? Hier ein paar Zitate aus dem Text:

Aids ist nicht ansteckend. Pflegepersonal in Krankenhäusern oder Angehörige von Aidskranken haben durch Kontakt mit ihnen kein Aids bekommen. Auch Tierversuche zeigen, daß Aids nicht ansteckend ist.

Natürlich bekommt das Pflegepersonal kein AIDS, dafür müsste es die Patienten schon besteigen oder in Winnetou-Manier die Blutsbruderschaft mit Frau Müller auf 23G besiegeln. Einzelne Fälle, in denen  Ärzte und Schwestern/Pfleger sich bei Patienten infiziert haben, sind aber sehr wohl bekannt. Das kann z.B. passieren, wenn ein psychotischer oder vor Schmerzen wild gewordener Patient dem Behandelnden aus Versehen eine benutzte Kanüle ins Bein rammt.

Zum Thema „Tierversuche“: Es heißt nicht umsonst HIV, Humanes Immundefizienz-Virus. Es entwickelte sich aus SIV, einem Immunschwächevirus, das unter Primaten vorkommt.

Chemische Streßfaktoren wie Samenflüssigkeit (beim Analverkehr), harte Drogen, Nitrite und Blutverdicker lösen in den Zellen Oxidationsstreß aus. Dann produziert der Körper endogene (= körpereigene) Retroviren, also Proteinbruchstücke, die für Aidskranke so typisch sind und fälschlicherweise als HIV-Antikörper interpretiert werden. Das erklärt, weshalb Aids in den Industriestaaten noch immer fast ausschließlich auf schwule Männer, Drogensüchtige und Bluter beschränkt ist.

Ahaaa, jetzt sind also die Schwulen bzw. der Sittenverfall Schuld. Steckt etwa die katholische Kirche hinter dieser Website?! Dass Drogen AIDS auslösen, ist eine ebenso sinnlose wie effekthascherische Aussage. Nicht die Drogen selbst, sondern die mehrfach von verschiedenen Personen benutzten Spritzen übertragen das Virus.

Aus diesem Grund ist Analverkehr der einzig nachgewiesene sexuelle Risikofaktor für Aids – sogar bei Prostituierten.

Und deswegen erkranken auch Kinder im Mutterleib an AIDS, die noch nicht allzu viel Gelegenheiten zu Analverkehr, Drogenmissbrauch und Stress hatten. Klar, diese Faktoren können auch von der Mutter übernommen werden, aber alle Aidskranken zu beschuldigen, sie hätten sich das durch den bösen Analverkehr eingebrockt … das ist schon fast wieder lustig. Und was ist mit Kindern, die noch nie Analverkehr hatten, aber durch verseuchte Bluttransfusionen mit HIV infiziert wurden?

Zum Schluss gibt’s dann noch Tipps, wie AIDS sich vermeiden lässt:

Keine Drogen oder psychoaktiven Tabletten, keine destruktiven sexuellen Praktiken (vor allem kein Analverkehr!), viel Ruhe und Schlaf, eine möglichst gesunde Ernährung, eine gezielte Stärkung des Immunsystems durch hohe Dosen von natürlichen Vitaminen und Mineralien etc.

Also liebe Leute: seid doch bitte nicht so destruktiv und treibt’s nur so, wie der liebe Gott es wollte. Am besten nur noch die Missionarsstellung anwenden, immer in Kleidung duschen (Duschen schützt laut Jacob Zuma, seines Zeichens Präsident der Republik Südafrika, ja sowieso zuverlässig vor AIDS) und sich nicht selbst umbringen, dann klappt’s auch mit dem Himmelreich!

Star Wars 2010


Dass ferngesteuerte Drohnen am Hindukusch in 10.000 Metern Höhe operieren, Talibanstellungen bombardieren und Gebirgsterretorien aufklären, ist ja mittlerweile hinreichend bekannt. Immer wieder erreichen uns Nachrichten von Kollateralschäden, von getöteten und verstümmelten Zivilisten, aber auch von erfolgreich eliminierten Top-Terroristen, von verhinderten Angriffen und aufgehaltenen Gegenoffensiven. Die „Piloten“ dieser Maschinen sitzen daheim in Florida, Texas und Washington, ist ihre Schicht vorbei, gehen sie nach Hause zu Frau und Kind. Davon kann jeder halten, was er will, denn die Moral von der Geschicht‘ ist nicht das Thema dieses Beitrags.

Im Gegensatz zum Luftraum (der natürlich auch noch zum größten Teil von menschlichen Piloten beflogen wird) ist der Boden immer noch fest in menschlicher Hand. Roboter räumen Minen und klären das Gefechtsfeld auf, das war’s auch schon. Kämpfen tun bisher nur Prototypen, und die sind nicht sehr effektiv. Ein amerikanisches Gerät versetzte die eigenen GIs in Angst und Schrecken, als es selbstständig und nicht im Sinne seines Auftrags das montierte Maschinengewehr in Richtung der eigenen Linien drehte. Auch dieses Gerät ist jedoch kein wirklicher Droide, wie man sie aus Star Wars oder anderen Science Fiction Serien kennt, sondern fährt (langsam und holprig) auf Ketten.

Das große Problem aller modernen humanoiden Roboter ist die Balance. Keine Platine kommt bisher an den menschlichen Gleichgewichtssinn heran, kann unvorhergesehene Hindernisse zuverlässig überwinden oder gar nach einem Stoß das Gleichgewicht wieder herstellen. Umso mehr erstaunte mich das Video, das ich vor einiger Zeit auf Youtube fand. Es zeigt eine Art hundeähnlichen Transportroboter, der ähnlich einem Packesel durch unwegsames Gelände stapft und selbst durch einen starken seitlichen Tritt nur kurzzeitig aus dem Gleichgewicht gerät. Aber seht selbst:

Natürlich handelt es sich bei dem Modell um einen Prototypen. Würde man ein paar weitere Jahre investieren, Stärke, Geschwindigkeit und Hardware noch ein wenig verbessern, das Teil leicht panzern und tatsächlich mit einem leichten MG ausstatten … tja, das käme dann einem Kampfdroiden schon ziemlich nahe.

Fakten (I) – Schmutzfinken


Obwohl es eigentlich sinnvoller wäre, bestehende Serien regelmäßig fortzuführen, statt neue zu beginnen, tue ich nun eben Letzteres. „Fakten“ enthält pro Folge tatsächlich nur einen Fakt (diese Folge ausgenommen), der für sich selbst sprechen sollte. Meistens unbekannt, oft erstaunlich, manchmal ekelhaft, nicht selten aber auch schon immer erahnt.  Heute:

Über 65 % aller Männer verzichten nach dem Toilettengang aufs Händewaschen mit Wasser und Seife. Bei den Frauen sind 36 % zu faul für das bisschen Hygiene.¹

Quelle: ZEIT Online